Sonntag,17.02.2013

Auf geht's mit dem Express-Zug um 6:00 Uhr nach Mandalay. Obwohl das sehr frühe Aufstehen nicht zu unserer Freude war, waren wir gut an Start. Upperclass haben wir uns genehmigt. Gut so. Die Sitzgelegenheit ähnelten Flugzeugsitzen, einigermaßen bequem. Der Zug war insgesamt sehr alt - aus dem letzten Jahrtausend, das war deutlich an derausgeschlagenen Federung zu spüren. Bei langsamer Fahrt fühlten wir uns wie auf einen Pferd in Galopp. Hops,Hops. Wir wurden völlig durchgeschüttelt, einen Kaffeetrinken war schon ein richtiges Jongleur-Kunststück. Zu Beginn war diese Bewegung recht unangenehm und leicht stressig, aber das legte sich innerhalb der 17-stündigen Fahrt. So hoppelten wir Kilometer um Kilometer durch eine Ebene mit vielen Reisfeldern, Palmenhainen und allerlei landwirtschaftlichen Anbaugebieten. An der Zugstreckel schlängelten sich kleine Hausansiedlungen mit lachenden Kindern, fressenden Schweinchen und wuselisgen Birmesen. Im Zug waren noch zwei Langnasen aus Dänemark, nicht sehr unterhaltsam, wie auch bei diesem Geschaukele und recht lauten Geräuschen. Wir vertrieben uns die Zeit außer aus dem Fenster schauen mit Musikhören, Lesen und Rüdiger mit Filmchen gucken auf dem Notebook - hat er recht schnell aufgegeben, weil die Bilder gehüpft sind - macht ganz duselig.
23:00 Uhr Ankunft in Mandalay, wir waren durch. Zimmer war ja gebucht, galt noch irgendwie hinzukommen. Laufen oder Taxi. Müde - Taxi. Das schon wieder. Wurden natürlicht umschwärmt, Preis war uns zu hoch. Also trapten wir los, nach Straßenplan nur 4 Häuserblöcke. Irgendwie hatten wir doch nicht die richtige Peilung. Ein Fahradtaxi wollte uns unbedingt zum Hotel Zegyou bringen. Wir sehr skeptisch, 2 gestandene Deutsche mit dem Gepäck auf das Fahrrad???? Der Fahrer war überzeugt, dass es klappt. Judith durfte auf dem Seitenwagen vorne Platz nehmen mit dem großen Rucksack u. Tasche auf dem Schoss. Keine Sicht mehr. Rüdiger hinten mit den Trolli u. Daypack. Der Fahrer schwang sich auf das Rad. Oh, je, ob wir überhaupt 2 Meter weitkommen, ohne volliger Zusammenbruch des Gefährt's. 'Aber der Fahrer ist eisern u. tapfer. 350 m, dann gab er auf. Uns war es schon recht peinlich , eine solche Plagerei. Doch wandern angesagt.Es ist garnicht so einfach, die richtige Richtung und die Entfernug abzuschätzen. Völlig entnervt und kaputt standen wir mitten in Mandalay u. das Hotel nicht in Sicht. Ein Birmese sah unsere Verzweiflung und brachte uns zu unserem Hotel, echt nett. Endlich geschafft. Das Hotel im Zentrum von Mandalay ist in chinesicher Hand, Zimmer groß, sauber u. kostenloses Wifi.
Jetzt gilt es Kraft für den nächsten Tag schöpfen.
Ach du lieber Himmel, ich kann mirs so richtig vorstellen, ihr beide aufm Fahrradtaxi.... Ich hab mich schlappgelacht.
AntwortenLöschenGrüssle Rosi